Erfahrungsbericht eines Mandanten über eine Schweizer AG, die Bäume in Brasilien vermarktet

Im Jahre 2008 (Immobilienkrise in den USA, Ausweitung der weltweiten Finanzkrise, die bis heute anhält) begann ich, mich nach Alternativen zu den bis dahin üblichen Anlageformen umzusehen. Dabei stieß ich auf "Nachwachsendes Holz" und damit auf die S. Switzerland AG.

Dort investierte ich über die Jahre hinweg immer wieder mal etwas in eben dieses nachwachsende Holz, welches in Brasilien stehen soll (was allerdings kaum nachprüfbar ist). Das sind nachvollziehbar recht langfristige Anlagen, bis ca. 20 Jahre. Diese Bäume sollen angeblich (nach dortigem Recht, in Deutschland wäre das nicht denkbar) im Eigentum des Anlegers stehen, welcher ebenfalls mit S. eine Art Pflegevertrag zwecks Aufforstung, Zwischenschnitten sowie Endschnitt abschließt. Es klang auch alles sehr gut, die Rendite-Aussichten wurden nicht übertrieben dargestellt. Es kamen auch einige kleinere Überweisungen (wenige Hundert Euro), die als Erlöse von Zwischen-Ausforstungen dargestellt wurden.

Im Jahre 2011 bekam ich die "Gelegenheit", in dort bereits vorhandene Balsa-Bäume mit rel. kurzer Restlaufzeit zu investieren, was ich dann auch machte. Der Endschlag sollte dann im Jahre 2015 stattfinden, wie üblich mit anschließendem Verkauf des Holzes sowie Auszahlung der Erlöse an die Anleger. Dieses wäre die allererste nennenswerte Auszahlung an mich gewesen.

Im Februar 2016 fragte ich tel. bei S. nach, was denn nun mit eben dieser Auszahlung sei. Antwort sinngemäß: Das Geld kommt noch in 2016, bitte warten.  Aha.  Ich wartete also ab - es passierte jedoch nichts - bis heute nicht. Ich rief in der Folgezeit dort immer mal wieder an und schrieb E-Mails, jeweils mit der Frage, ob und wann ich mit der Auszahlung von Erlösen rechnen kann, worauf hinhaltende Auskünfte kamen, immer mit dem Tenor, die Zuständigkeit habe gewechselt und "Abwarten !". Seitdem habe ich dort nichts mehr "investiert", da kam mir schon sehr merkwürdig vor.

Selbst im Februar 2018 (!)  erhielt ich noch die Mail-Antwort, man sei "noch im Vermarktungsprozess" und ich solle noch abwarten, auch verwies man mich auf die "offiziellen Infoschreiben" (S. sendet ab und zu schöne E-Mail-Berichte über gute Fortschritte bei Anpflanzungen, Ankündigungen von demnächst fälligen Endschnitten und Vermarktungen usw).

Fazit: bis heute habe ich (überhaupt) KEINE nennenswerten Auszahlung erhalten, auch nicht diejenige, welche für 2015 (!) angekündigt war. Meine Anfrage, ob die mir diese angeblichen Bäume zum Ankaufspreis wieder abkaufen, wurde im Juni 2018 folgendermaßen beantwortet:

(Zitat) Sehr geehrter Herr ..., Vielen Dank für Ihre E-Mail.

Wir haben kein Interesse, Ihre Bäume zurückzukaufen. Dies ist vertraglich nicht vereinbart und es ist auch nicht unser Geschäftsmodell. Sie können aber Ihre Bäume jederzeit an einen Dritten verkaufen. Wenn Sie einen Käufer haben, sind wir Ihnen bei der Abwicklung gerne behilflich.

 Sie können auch jederzeit die Schlagung aller Bäume und den Verkauf des Holzes verlangen. Um entsprechend handeln zu können, bräuchten wir einen schriftlichen Auftrag (per E-Mail genügt).

 Gemäss Vereinbarung können wir Durchforstungen verschieben, wenn dies der Holzqualität und Holzquantität zu Gute kommt. Betreffend Stand der einzelnen Plantagen verweisen wir auf unsere offiziellen Infoschreiben. Wenn Sie es wünschen, geben wir Ihnen den aktuellen Stand auf den Plantagen von Ihren Bäumen.

 Freundliche Grüsse

 Abteilung Plantagen-Bewirtschaftung und Holzerlösabrechnung

Christian ... / Peter ...

 S. Switzerland AG  ...  (Zitat Ende)

Das heißt für mich, ich kann mich darauf einstellen, abwarten zu müssen bis zum "Sankt-Nimmerleinstag" - ich besitze angeblich zwar Bäume in Brasilien, habe davon aber NICHTS. Ich könne diese Bäume gerne verkaufen, aha, aber wer kauft sowas, wenn ich den Grund für diese Verkäufe nenne ? Natürlich immer vorausgesetzt, dass es diese Bäume tatsächlich gibt, wofür es jedoch lediglich eine Hoffnung gibt - aber keinen Beweis.

Was ich konkret besitze, sind einige bedruckte Zettel, wo sinngemäß draufsteht: "Bäume in Brasilien" - und sonst nur etwas Rest-Hoffnung, dass hier noch mal etwas für mich Positives herauskommt. 

Soweit meine Erfahrungen mit "Bäumen in Brasilien".